Geldanlagen

Geldanlagen und Bankberatung
Bei der Beratung zu Geldanlagen müssen Berater bestimmte Punkte einhalten.
Wurden Anlagementalität und Anlagehorizont des Kunden besprochen und ist das Produktangebot erfolgt, muss der Berater dies im Einzelnen erklären. Hierzu gehört zum Beispiel, welche Risiken dieses Produkt aufweist, welche Kosten für den Kauf sowie für die Verwahrung anfallen und ob sonstige Punkte beachtet werden müssen. Besonders bei der Anlage von Wertpapieren muss die Aufklärung hier mit größter Sorgfalt erfolgen. Bei Aktienanlagen muss zum Beispiel auf die Ordergebühren hingewiesen werden, sollen Investmentfonds gekauft werden, ist die Höhe des Ausgabeaufschlages unbedingt zu nennen. Auch die für Investmentfonds anfallenden jährlichen Verwaltungsgebühren gehören hierzu. Selbst auf die Depotgebühren sollte der Berater in Einzelnen hinweisen, denn diese können die Rendite, je nach Höhe des Anlagebetrages, stark beeinflussen.
Immer wieder haben unabhängig Institute Tests bei den Banken und Sparkassen unternommen und feststellen müssen, dass einige Berater ihren Aufklärungspflichten trotz gesetzlicher Vorgaben noch immer nicht nachkommen. Jeder Kunde sollte daher die Details genau hinterfragen und das Produkt erst kaufen, wenn wirklich alle offenen Fragen geklärt wurden.

Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds
Banken sind Unternehmen, die, wie jede andere Firma auch, nicht vor einer Insolvenz geschützt sind. Sofern ein solches Ereignis eintreten sollte, wären die angelegten Kundengelder verloren. Damit es nicht so weit kommt, haben sich einige Banken in Deutschland zusammengeschlossen und haben den Einlagensicherungsfonds aufgelegt. Dieser sichert sowohl die Sicht- wie auch die Spar- und Termineinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld der Kunden ab. Wertpapiervermögen hingegen fällt nicht unter den Einlagensicherungsfonds, da sie nicht bei der Bank direkt angelegt ist. Vielmehr handelt es sich hierbei um Geldanlagen, die im Auftrag des Kunden gekauft und verwaltet werden.
In diesen Fonds zahlen die beteiligten Banken, je nach ihrer Größe und dem Anlagevolumen ihrer Kunden, bestimmte Beiträge ein. Diese Beiträge richten sich weiterhin nach der Bonität der Bank, so dass risikoreiche Unternehmen höhere Beiträge leisten müssen. Die Summe dieser Gelder wird dann, im Fall einer Insolvenz einer Bank, genutzt, um die Anleger zu entschädigen.
Die Höhe, mit der jede Bank abgesichert ist, beträgt in der Regel 30% des haftenden Eigenkapitals dieser Bank. Sofern das haftende Eigenkapital bei 100 Millionen Euro liegt, ist die Sicherungsgrenze mit 30 Millionen Euro pro Kunde angegeben. Somit sind in der Regel die gesamten Gelder eines Kunden über den Einlagensicherungsfonds abgedeckt.
Grundsätzlich ist die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds freiwillig. Sofern Bankinstitutedem Fonds jedoch nicht betreten, greift im Fall der Insolvenz lediglich die gesetzliche Absicherung. Sie beträgt nur 20.000 Euro pro Kunde, die Einlagen werden zudem nur zu 90% abgesichert. Solche gesetzliche Absicherungen findet man vor allem bei ausländischen Banken, die ihre Produkte in Deutschland, zum Beispiel über das Internet, anbieten. Hierauf sollten Anleger besonders achten, auch wenn diese Banken mitunter höhere Zinssätze als deutsche Banken bieten.
Auch Kunden haben keinen Rechtsanspruch auf die Leistungen des Einlagensicherungsfonds. Sofern in Deutschland zum Beispiel eine Bankenkrise auftreten sollte, durch die mehrere Banken betroffen sind und daher Insolvenz anmelden müssen, wären die Kundengelder zumindest nicht in voller Höhe abgesichert. Solch ein Ereignis ist aber sehr unwahrscheinlich.

Weitere Informationen zu den Einlagensicherungssystemen in der EU: Einlagensicherungssysteme